Peter Brückner – vorgestellt von Almuth Bruder-Bezzel und Klaus-Jürgen Bruder

Das Themenheft über Psychologie und Politik erscheint uns eine vorzügliche Gelegenheit, die politische Psychologie Peter Brückners wieder in Erinnerung und damit vielleicht wieder in die Diskussion zu bringen. Wenngleich er es abgelehnt hat, sich als Psychologe im Sinne des herrschenden Selbstverständnisses dieser Wissenschaft zu verstehen, so lehrte er gleichwohl Psychologie: an der Universität Hannover seit 1967, mit jahrelangen, durch zweimalige Suspendierung erzwungenen, Unterbrechungen – und an vielen anderen Orten, auf Einladung der Studenten. Es waren politische Veranstaltungen, auf denen er sprach; es war die politische Diskussion, die er geführt hat.

In dieser Diskussion entfaltete er seine Psychologie: den Versuch, politisch zu verstehen. Das war – nicht nur – der Staatsgewalt ein Dorn im Auge: politische Psychologie im Unterschied zur „Psychologisierung der Politik“. Brückner verteidigte des politische Mandat der Wissenschaft, einer „eingreifenden“ Wissenschaft – einer nicht bloß „ergriffenen“. Eingreifen im politisch entscheidenden Moment, nicht erst, wenn etwas „theoriefähig“ geworden war. Er zettelte die Diskussion an, lange bevor das Verfahren des Diskurses eröffnet worden war. Das wurde als Provokation verstanden: der Gewalt der Repression die Schläue des Wortes entgegenzusetzen. „Kritik“ als Waffe, gerade dann benützt, wenn der Staat seine Gesetze bricht. Denunziation der (Reproduktion der) Gewalt – nicht nur der Herrschenden, aber des Produkts ihrer Verhältnisse. Dieser „kritische“ Bereich ist das Feld seiner Untersuchungen, kritische Wissenschaft wie Peter Brückner sie betrieben hatte, ist ebenso beunruhigend, wie ihr Gegenstand, der Bereich sozialer Unruhe.

War das der Grund, warum er zweimal suspendiert wurde? War die erste Suspendierung noch damit begründet worden, daß Brückner der als RAF-Mitglied steckbrieflich gesuchten Ulrike Meinhof Unterschlupf gewährt habe – was nicht nachgewiesen werden konnte, weshalb die Suspendierung wieder aufgehoben werden mußte – so wurde die zweite Suspendierung von der Disziplinarkammer beim Verwaltungsgericht Hannover im August 1978 damit gerechtfertigt, daß Brückner „Folgerungen aus einem aktiven politischen Verhalten“ gezogen habe. Vorgeworfen wurde ihm, daß er mit 48 anderen Hochschullehrern ein studentisches Flugblatt unverkürzt der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht hatte. Damit habe er „nicht Lehre ausgeübt“, sondern sich „am politischen Meinungskampf beteiligt“, „versucht, … auf den Prozeß der öffentlichen Meinungsbildung einzuwirken“, was einem Beamten verboten ist, sofern es nicht der staatstragenden Meinung entspricht. Peter Brückner handelte aus der Überzeugung, es sei „die Pflicht des Gelehrten, auch als Bürger tätig zu sein“.

Erinnern wir uns: Ende April 1977, nach dem Attentat auf Generalbundesanwalt Buback, veröffentlichte der Göttinger AStA in seiner Zeitung einen Beitrag „Buback – ein Nachruf“. Der Autor, der sich durch die Unterschrift „ein Mescalero“ als Stadtindianer vorstellte, konnte zwar ein Gefühl „klammheimlicher Freude“ über den Tod des Generalbundesanwalts nicht verhehlen, kam aber in der Reflexion seiner spontanen Einfälle schließlich zu der Einsicht, daß individueller wie kollektiver Terror abzulehnen sei. Der Göttinger Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) erstattete Anzeige wegen öffentlicher Billigung der Ermordung des Generalbundesanwalts. Dem AStA wurde daraufhin die weitere Verbreitung des Artikels untersagt. Er sollte einige Äußerungen daraus „öffentlich zurücknehmen“.

Gleichzeitig zitierten verschiedene Zeitungen Passagen des „Nachrufs“, die aus ihrem Zusammenhang gerissen von der Substanz her den Artikel in sein Gegenteil verkehrten. Bundesjustizminister Vogel stellte Strafantrag, Länderminister schlossen sich an. Die Polizei durchsuchte mit mehreren Hundertschaften die Räume des AStA, einen Buchladen, das Büro des Kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW) und 17 Privatwohnungen. Der Großeinsatz mußte den Eindruck der Fahndung nach Schwerverbrechern machen. Ähnlich erging es anderen ASten, in anderen Universitätsstädten, die den „Nachruf“ gleichfalls veröffentlicht hatten.

In dieser Situation entschlossen sich 48 Hochschullehrer, den „Nachruf“ ihrerseits zu veröffentlichen. Sie waren der Ansicht, daß es „jedem Gebot intellektueller Redlichkeit widersprach, das Denkprozeß-Ergebnis des Autors durch ein aus dem Kontext herausgerissenes Einzelzitat manipulativ und irreführend in sein Gegenteil zu verkehren“.

Das entfachte nun erst recht die Hetzkampagne eines großen Teils der Presse. Vor allem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Springers Blätter waren die Professoren Spießgesellen von Mördern, von politischen Gewaltverbrechern. Disziplinarverfahren und staatsanwaltliche Ermittlungen wurden angedroht oder eingeleitet. Der niedersächsische Wissenschaftsminister Pestel forderte die elf niedersächsischen Hochschullehrer auf, sich bis spätestens Ende Juli 77 von dem „Mescalero“-Text zu distanzieren. „Distanzieren Sie sich oder gehen Sie!“ lautete die Schlagzeit in der Welt vom 9. Juli.

Bis es so weit war, daß Peter Brückner, weil er sich nicht distanzierte, als einziger der 48 Herausgeber der Dokumentation am 14.1o.77 vom Dienst suspendiert wurde, mußte erst jenes Klima unglaublicher Verdächtigungen gegen die Linke und deren entwürdigende Unterwerfung, im Gefolge der Schleyer-Entführung, geschaffen werden, die als „deutscher Herbst“ in die Geschichte der BRD eingegangen ist. Peter Brückner hatte mittlerweile eine Analyse des kriminalisierten „Nachrufs“ und der gegen diesen inszenierten Kampagnen veröffentlicht, die zu den großartigsten Dokumenten politischer Psychologie zählt. Mit außerordentlichem Feingefühl bringt er die Sprache der verschiedenen Texte zum Sprechen und öffnete die Augen für dieses „Lehrstück für Aufklärung und politische Kultur“. Man hätte erwartet, daß nun die bisher Zögernden diesem Beispiel von Besonnenheit folgten und sich solidarisch gegen die haltlosen Verdächtigungen vor ihre Kollegen und die Studenten stellten. Statt dessen geschah das Unglaubliche, bis heute noch Unfaßbare, daß 177 Hochschullehrer, zum Teil namhafte Linke, sich bereitfanden, in der Frankfurter Rundschau vom 17.9. eine Erklärung zu veröffentlichen, in der sie sich als die „besseren“ Pädagogen dem zu allem entschlossenen Staat anboten: „Wir werden auch in Zukunft allen Bestrebungen unter Studenten entgegenwirken, die aus beruflicher und angeblich politischer Perspektivlosigkeit zu `klammheimlicher Freude‘ oder erschreckender Gleichgültigkeit gegenüber diesen politisch motivierten Morden tendieren…“ Brückners „Mescalero-Broschüre“ blieb damit die „Provokation“ eines einzelnen und um so leichter konnte er suspendiert werden.

Die Linke hat im „Deutschen Herbst“ ihr Selbstbewußtsein verschenkt. Peter Brückner hat bis zuletzt keine seiner Äußerungen und Handlungen zurückgenommen. So mußte er zur Symbolfigur des „aufrechten Ganges“ werden, nicht gerade für die Linke, aber für die Jugend. Die Unbotmäßigkeit (gegenüber den Anmaßungen der Autoritäten und der Vernünftigen), „Zivilcourage am unsicheren Ort“, macht aus, daß er ihr etwas zu sagen hatte, aus seinem Mund akzeptierte sie – „Theorie“. Er verkörperte den „Theoretiker“, der sich nicht abgesetzt hatte von der „sozialen Bewegung“, der vielmehr aufgegriffen hat, was diese hervorbrachte, artikulierte, was sie praktizierte. Dadurch zeigte er, daß nicht Mangel an Ideen der Linken Problem, sondern die Angst, der Verzicht, sich schützend vor eine Praxis zu stellen, die sie noch nicht theoretisch interpretieren (einordnen?) konnte.

Schließlich endete auch diese zweite Suspendierung mit einer Blamage für den Staat: In Brückners Schriften konnte nichts gefunden werden, was die Suspendierung rechtfertigen ließ. Das Verwaltungsgericht Hannover mußte in seinem Urteil vom Oktober 1981 die Rechtmäßigkeit der Suspendierung ausdrücklich verneinen. Dennoch, der langjährige Kampf hat an Peter Brückner gezehrt. Seine Verfolgung hat ihm Jahre seines Lebens geraubt, und damit uns. Peter Brückner ist im April 1982, kurz vor seinem 6o. Geburtstag, gestorben.

197o hatte Peter Brückner „Provokation als organisierte Selbstfreigabe“ erklärt. Die Flugblätter und Happenings der „Kommune I“ hatten die schlafmützigen Studenten aufgeweckt, indem sie schockierten; die als „Gewalt“ verschrieenen sit-ins und Tomantenwürfe hatten das scheinheilige Schweigen der Universitäts- und Stadtverwaltung, des „Establishments“ über die Verbrechen der USA in Vietnam aus der Fassung gebracht. Brückner erkannte sie als bewußte Akte, er verstand ihre emanzipatorische Absicht, er verteidigte sie gegen ihre verurteilende Psychologisierung als „infantil-pubertär“. (Habermas)

Als die Kommune 1 vom SDS ausgeschlossen wurde, stellte er sich auf die Seite der „Anarchie“: „Der Verlust an Balance, den das Nachdenken über die Desintegration der K1 bereitet“, deckt „einen repressiven Gehalt noch des kritischen Bewußtseins auf“. Der SDS muß „jenes Quantum an Anarchie erkennen, dessen wir zur Humanisierung unserer Affekte und sozialen Beziehung dringend benötigen“ (1967, 113, 115). In ähnlicher Weise verteidigte Brückner später das inkriminierte Mescalero-Flugblatt. Mescalero habe Herrschaft auch im „wissenschaftlichen und philosophischen Diskurs“ entlarvt. „Sprachdisziplin“, „stringente Argumentation“ hatte Mescalero „als Fesseln der Erfahrungsbildung und Diskussion kennengelernt, die „lebendige Subjektivität abtöten“ (1977, 37). Brückner hat dieses Flugblatt nicht nur wieder mit herausgegeben, weil das Recht auf Meinungsfreiheit verteidigt werden mußte. Seine Solidarität war auch ein Bündnis mit dem Mescalero, er genoß die List, den Affront. Wenn er schreibt, dies ist ein „Jargon der Provokation“ (37), dann steckt darin eine Zustimmung, ein freundliches Erinnern an die antiautoritäre Revolte. Hier hatte er Provokation als das entscheidende Mittel der Selbstfreisetzung, Selbstbefreiung von Herrschaft erkannt – er hatte noch nicht die Ausbrüche blinder Gewalttätigkeit rechtsgerichteter Horden miterleben müssen.

Provokation, wie Brückner sie versteht und erlebt hatte, richtet sich „gegen jedes Verhältnis von Herrschaft“ (197oa, 16), „will die Herrschaft der Verhältnisse … als ein Verhältnis von Herrschaft entlarven“ (33). Provokation entlastet, befreit, ist „Aufstand gegen innere wie äußere Fesseln des Individuums“ (29), kündigt den „sozialintegrativen Wertsystemen“, kritisiert Ordnungsliebe, Disziplin, Sauberkeit, Vaterlandsliebe, Fleiß und Gehorsam“ (57f). Provokation zielt „auf das Umwerfen von Bewußtsein“ (63) nicht im Klima der verständnisvollen Gruppentherapie, sondern „reizt auf“, ist Ärgernis, wendet sich „streitbar“ nicht nur gegen die Repräsentanten von Herrschaft, sondern auch gegen die, die Herrschaft verinnerlicht haben, „gegen die nicht-mobilen, angepaßten Mitglieder der eigenen Bezugsgruppe“ (16).

Brückners Verteidigung der Provokation und des Anarchischen begegnet uns wieder in seiner Autobiographie (198o). Dort wird sein Mißtrauen gegen alles, was nach Ordnung, damit nach Unterdrückung riecht, deutlich. Brückner hat nur Provokation als öffentliches, politisches Mittel im Blick (und hier muß sie sich verbinden mit der „Absicht, politisch und an der Basis zu wirken“ (64)). Aber Provokation gehört zum Alltag von Jugendlichen (ist nicht nur Klassenprivileg). Provokation ist jugendliches Mittel des Ausbruchs par excellence, Zeichen von „Anpassungsdefizit“, für Erwachsene kaum einsetzbar („nicht generationsneutral“ hatte Habermas damals nicht zu Unrecht gesagt). Alltägliche, banale Dinge – wie Rauchen, bestimmte Kleidung, Haarfrisur, Lautstärke – bringen die „Alten auf 18o“ und werden von Jugendlichen auch bewußt zu diesem Zweck eingesetzt. Das reizt die Erwachsenen zu Gegenaktionen, setzt ihre Herrschaft frei und setzt sie dem Gelächter aus. Sie sind damit nicht länger „verinnerlichter König“, ihre Verbote und Normen haben ihre Wirksamkeit verloren. Wir können deshalb in Peter Brückners Freude an Provokation auch seine Sympathie mit der jugendlichen „Unreife“ erkennen, und damit seine Sozialisationstheorie.

Mit ungeheurer Schärfe spürt Brückner die Repression in der Sozialisation auf, „Herrschaft und Gewalt“ in der Kultur, in der Sprache, im Denken. „Das Apriori des Sozialisationsprozesses und damit des falschen Bewußtseins ist die Repression“. „Bisher verhinderte nichts so sehr die Reife des Individuums wie gerade der Sozialisationsprozeß, dem es sich verdankt.“ (1967, 148, 183) (Selbst-) Repression ist auch körperliche Disziplin – so hat ihn das faschistische Turnen gelehrt. Dazu rechnet Brückner auch seine damalige Freude an einer Radtour. In „körperlicher Ertüchtigung“ steckt ja Disziplin, und „noch immer enthält Disziplin … ein Moment des Gehorsams“ (1967, 115). Und er zieht daraus die Konsequenz: „Wer an solchen Touren Spaß hat…, ist im Grunde schon integriert, d.h. faktisch normal … Der ‚Normale‘ ist schon auf dem Weg zum Handlungsgehilfen des politischen Systems. Nur wer zu nichts Bürgerlichem taugt, taugt auch nicht zum Faschisten.“ (198o, 64) Aber auch umgekehrt gilt für Brückner: „Wer nicht wenigstens etwas zum Faschisten taugt, taugt auch nicht zum Widerstand gegen den Faschismus“ (198o, 66). Das klingt sicher schrill in den Ohren vieler. Brückner „provozierte“ eben nicht nur seine Kollegen an den Unis (indem er auf den Herrschaftscharakter von Theorie verweist), sondern auch seine meist jüngeren Freunde, die damals wie heute der Gesundheit und dem Körpertraining einen so großen Stellenwert einräumen, dies gar als befreiend behaupten.

Brückners Sozialisationstheorie unterscheidet sich von anderen nicht darin, daß er Repression in der Sozialisation sieht, sondern in der Gewichtung, der Schärfe, in der er Repression betont, was Hurrelmann im Sammelband zum „Fall Peter Brückner“ (1972) als „einseitig“ bezeichnete, hier gehe „der dialektische Charakter der Sozialisationskonzeption weitgehend verloren“ (1981, 23o). Brückner räumt durchaus ein, daß „Individuen nur durch Enkulturation möglich [sind]; Anpassung geht der Autonomie zwangsläufig voraus“ (1967, 183) „Ohne ein Stück Anpassung wird man Opfer eines Systems, „dessen Eigentum als Gehilfe man nicht sein will“ (198o, 11o) Deshalb beharrt Brückner auf Sprachfähigkeit, auf Theoriebildung. Theorie, tradierte Denkmuster, Kenntnisse, selbst Disziplin sind ihm wichtig als Instrumente für Widerstand, für Autonomie. „Nur in der Theoriebildung werden aus dem, was uns so täglich zustößt, mitteilbare Erfahrungen“ (1978b, 52). Deshalb beklagte Brückner am Mescalero-Text, daß die „Sprache der Kultur die Scene nicht mehr ereicht“, aber noch mehr beklagt er, „daß dort, wo ‚Kultur‘ nicht mehr hinreicht, jetzt Gewalt … öffentliche Bildungsprozesse ablöst“ (1977, 37).

Autonomie hat die Aneignung der Kultur zur Voraussetzung, aber darin liegt freilich kein Automatismus. Vielmehr bleibt sie meist in dem stecken, was Brückner „pädagogische Identität“ nennt. „Identität stellt nach diesem Konzept sich her, wenn Individuen in ihren Bildungsprozessen zu einer bewertbaren (meßbaren) Leistung gelangen, die drei Aspekte bürgerlicher Lebenstätigkeit integriert: Die Entwicklung individueller Produktivkräfte (Bedürfnisse, Fähigkeiten, Interessen); die soziale Einbettung in eine Bezugsgruppe, in der Tätigkeiten und ihr Ergebnis gewürdigt werden, in der die Leistung ‚gut‘ ist, wenn sie die Einbettung stabilisiert. Die Vollendung der Leistung in einem marktfähigen Produkt (oder seinen Vorstufen)“ (1978b, 43). Diese pädagogische Identität aber ist der „Schwindel der Identitätsfindungsprozesse in der bürgerlichen Gesellschaft“ (1978c, 12), denn die Erfahrung der eigenen Produktivkräfte über die Herstellung eines marktfähigen Produkts muß scheitern. Es sind entfremdete, am Tauschwert orientierte Kräfte und Kompetenzen.

Diese kompromißlose Schärfe der Analyse war und ist vielen zu „einseitig“, zu sehr Marx, bei dem es (1944) unbestechlich heißt: „Unter der Voraussetzung des Privateigentums ist sie (meine Arbeit) Lebensentäußerung … Mein Arbeiten ist nicht Leben … nur der Schein einer Tätigkeit … nur durch äußerliche zufällige Not, nicht durch eine innere notwendige Not mir auferlegt.“ (MEW, EB I, 463) Aber, so räumt Brückner ein, „in unserer Gesellschaft stellt sich Identität immer noch über Leistung her, das ist … eine Gemeinheit der gesellschaftlichen Arbeit“ (1981b). Durch die Arbeitslosigkeit sind „auch die psychischen Chancen ihrer Identitätsbildung und ihrer Sozialität bedroht … Da läuft in den Individuen, auch in den Heranwachsenden, etwas leer“. (1981a, 89, 88) Das klingt wie ein Zugeständnis, resignativ, hält aber daran fest, daß es die Zeiten der „Monotonie“, der „Zementmache des kapitalistischen Alltags“ sind, die uns darauf zurückwerfen, was wir in Zeiten der „public happiness“ nicht gebraucht haben. So ist Brückners „Medizin“ gegen Leere durch Arbeitslosigkeit auch nicht Arbeit, sondern „kollektive Wiederaneignung von Lebensbedingungen“ (1981b), also jene public happiness, in der politische Identität sich bildet.

Sprechen wir von Brückners Sozialisationstheorie, müssen wir einschränkend hinzufügen: Brückners Interesse galt immer der politischen Jugend, der Jugend, die im öffentlichen Leben eine Rolle spielte, als Motor der Veränderung wirkte. Seine Sympathie galt der provokatorischen Emanzipation der „Halbemanzipierten“. Auch hat Brückner ’68 nie von Jugendbewegung gesprochen, ja er hat diese Bezeichnung, zusammen mit den Studenten selbst, abgelehnt. Die Studentenbewegung verstand sich nicht als Jugendbewegung, empfand „Jugend“ als abwertend, als nicht ernst nehmen. Doch galt ja Brückners Sympathie gerade der jugendlichen „Unreife“, dem „Anpassungsdefizit“, das ihre Kreativität, ihre provokative Selbstbefreiung war. Das stellte er dem „Ressentiment der Beschädigten“ gegenüber, dem erwachsenen Verhalten, das „Folge von Repression, nicht von Reife“ ist (1968, 86) Aber, so müssen wir weiter einschränken: diese kreative Unreife, das Offensein für Neues, Sensibilität für Unterdrückung ist für Brückner nicht Kennzeichen der Jugend, sondern der Jugend bürgerlicher Herkunft, ist Klassenprivileg. Eine biologische Begründung für jugendliches Aufbegehren, für Innovation, lehnte er selbstverständlich ab, wie ihm jede Naturalisierung psychischer oder sozialer Phänomene, auch die in der Psychoanalyse enthaltene, fern gelegen hat. Deshalb bereits konnte er nicht von der Jugend als biologischem Phänomen sprechen, sie ist ja als soziales/psychologisches Phänomen selbst historisches Produkt des 18./19. Jahrhunderts, erzwungen durch Änderungen in den Qualifikationsanforderungen, durchgesetzt über ihre Zusammenfassung in Ausbildungsgängen (und Freizeitinstitutionen) und durch die Gesetzgebung. Das betraf erst auch nur die Jugend der Mittelschichten, deren Bild von Jugend als Bild des Oberschülers dann der ganzen Bevölkerung angeboten wurde.

Brückner wehrt sich gegen diese Verallgemeinerung. Er sieht allerdings schärfer als andere die Spaltung der Jugend in „2 Nationen“, in 2 Klassen. „Jugend ist rar, ist, was junge Leute selten haben“ (197oa, 36). Schüler und Studenten haben eine lange Jugend in relativ gesicherter materieller Lage. Auf ihnen lastet nicht in gleichem Maße der Druck der persönlichen Zukunft, die disziplinierende Übernahme der Erwachsenenrolle. Ihre Träume können lang reichen, sie können experimentieren, sich erproben, Ideen verwirklichen. Ihr höheres Bildungsniveau eröffnet ihnen Zugang zu Informationen und zu sprachlich verfeinerter Reflexion. Demnach sind ihre Zukunftspläne, ihre Zeitperspektive, ihre politische Haltung, ihr Umgang miteinander andere. „Das von der sozialen Mitwelt ermutigte klassenspezifische Sprachverhalten schärft ihre innere und äußere Wahrnehmung für Individuelles, für Beweggründe, für seelische Prozesse in sich und anderen und für die Differenz von Sein und Schein.“ (197oa, 37)

Das subversive Moment von Bildung wurde in der Studentenbewegung (bzw. in ihrer Anfangsphase) ganz allgemein betont, auch mit Marcuse. Darin steckte Selbstinterpretation und eine Erklärung, daß von den Arbeitern nichts mehr zu erwarten war. Es ist die Frage, wieweit das, was für ’68 zugetroffen hat, auch heute noch gilt. Es stimmt zwar nach wie vor, daß die politischen Bewegungen von Studenten, Schülern und jungen Akademikern getragen werden, aber für diese ist oder war das Freigesetztsein von Berufszwängen, die lange Jugend und die Existenz eines Gegenmilieus wahrscheinlich wichtiger als „Bildung“. Vor allem aber ist der politisierende Ort der Erfahrung nicht mehr die Schule oder Universität. Sogar Brückner räumte später, zu Beginn der 8oer Jahre, im Gespräch mit Hausbesetzern ein, daß „bei den Problemen, die ihr habt“ „theoretische Einsicht diese Funktion gar nicht mehr haben kann.“ Noch dazu „weiß man heute vieles“ (1981b). Das Bildungsargument stößt aber heute auch deshalb auf Befremden, weil wir inzwischen sensibler geworden sind für die Ausbruchsbewegungen der proletarischen Jugend. Wir sehen sie mehr, auch dann, wenn sie sich nicht als Bewegung „formieren“, wenn sie ihren Widerstand nicht als Angriff auf die gesellschaftlichen Verhältnisse und Werte generell formulieren können. Wenn Brückner damals sagte, „vielfach ist Jugend zur Sau gemacht, ausgepowert“ (197oa, 41), dann stimmt das zwar leider, aber es ist möglicherweise auch blind gegenüber weniger öffentlichen, alltäglichen Ausbrüchen von Jugendlichen, oder aber verläßt es sich auf Meinungsumfragen, die z.T. jedenfalls für Jugendliche keine oder noch weniger Aussagekraft haben als für Erwachsene. Jugend ist heute aber auch sichtbarer geworden, es sind mehr geworden. Das ist nicht nur Ergebnis einer von oben verordneten Jugendindustrie, sondern ist auch Ergebnis sowohl der Bildungsreform – mehr Jugendliche haben eine lange Jugend – als auch der politischen Geschichte seit ’68. Brückner hat sich 1978 allerdings selbst soweit korrigiert, als er proletarische subkulturelle Bewegungen im Zusammenhang mit Desintegrationstendenzen nennt: „Desintegration im Kontext des Generationsproblems“ kündigte sich bereits in den Halbstarken-Krawallen, den Ekstasen der Rock- und Beatgeneration, später den Gammlern an (1978a, 151, 164)

Peter Brückner ist nicht aus der Studentenbewegung hervorgegangen, er gehörte bereits zur Generation ihrer akademischen Lehrer. 1922 geboren, war seine Zeit studentischer Politik zwischen 1945 und 1948, als er AStA-Vorsitzender an der Universität Leipzig und KPD-Mitglied war. Die Restalinisierung der Partei, ein drohendes Parteiausschluß-Verfahren, haben ihn „in den Westen“ verschlagen, wo er als Marktpsychologe versuchte, „von dieser Gesellschaft zu leben, wenn ich schon nicht mit ihr leben kann“ (Graffiti Nr. 1/1978). Die Studentenbewegung hat ihn „repolitisiert“, wie er sagte, und er schrieb, gemeinsam mit Johannes Agnoli, in der „Transformation der Demokratie“ (1968) eines ihrer Manifeste. Die Beschäftigung mit der Studenten- und Jugendbewegung zieht sich „wie ein roter und hoffnungsvoller Faden durch Brückners Schriften“ (Hurrelmann 1981, 233) Bis zu seinem Ende hat er die jugendlichen Protestbewegungen begleitet, mit Studenten und Schülern gesprochen, in Aufsätzen und Vorträgen mit ihnen und über sie nachgedacht.

Gleichwohl wurde er nicht vorbehaltlos akzeptiert, und auch er hatte Einwände: gegen den Rigorismus, die dogmatische Unerbittlichkeit. Die Studentenbewegung war zu Teilen und in gewissen Phasen durchaus antipsychologisch: Psychologie, die die Unterdrückung bis in die Triebsphäre verfolgte, galt selbst als Teil des repressiven Systems. Das „falsche Bewußtsein“ des „gesunden Menschenverstandes“ sollte nicht „verstanden“, sondern zerbrochen werden. Dieser Bruch hatte durchaus Brückners Sympathie. Er war auf der Seite des Rebellischen. Aber während wir unsere „bürgerliche Angst“ überwinden wollten, gebrauchte er sie: als Produktivkraft der Reflexion; einer wütenden, keineswegs kühlen archivarischen Ruhe der Schriftgelehrten.

Vielleicht ist Psychologie (iS von politisch Verstehen) eine Frage auch der Generation, der Kenntnis des „gesunden Menschenverstands“, die der kompromißlosen „Zerschlagung“ widerstrebt (eher an Rancune Spaß hat). Peter Brückner war zwar auch für die Zerschlagung zu haben, bestand aber dabei auf der Aufhebung der Psychologie als Einzelwissenschaft in einer an den Problemen der sozialen Bewegung orientierten Sozialwissenschaft.

Vielleicht ist ihm deshalb „die Theorie“ nie zum Hauptproblem geworden (unproblematisch war sie ihm keineswegs) – im Unterschied zu vielen von uns, die die Theorie öfter mal wechseln mußten, bevor wir erkennen konnten, daß wir mit der Entscheidung für eine Theorie der Wirklichkeit noch lange nicht nähergekommen waren, daß noch lange nicht die Probleme schon gelöst sind, die wir uns vorgenommen hatten, die uns bedrängten, daß sie uns oft eher davon abbrachte, in andere Sackgassen führte, bevor wir erkannten, daß Theorie auch uns ebensosehr von der uns umgebenden Wirklichkeit trennt, wie sie verspricht, diese „in den Griff“ zu bekommen, auf den Begriff zu bringen.

Ebensowenig hat er sich an der Entwicklung einer „neuen“ („kritischen“) Psychologie beteiligt, die in akademischer Selbstgenügsamkeit die alte Trennung der Wissenschaften, ihre Isolation von gesellschaftlicher Wirklichkeit und Bewegung in „marxistischem“ Gewand fortsetzte, das selbständige Denken den Spezialisten des „Marxismus“ abtrat. Vielmehr hat er daran festgehalten, daß die Psychologie als Einzelwissenschaft „aufzuheben“ sei. Gerade das gab ihm die Freiheit, „psychologische“ Analysen zu machen – im Sinne einer „konkreten Psychologie“ (Politzer), befreite ihn von den Bedenken jener, die auf die Konstruktionsprinzipien psychologischer Theoriebildung Rücksicht nehmen zu müssen glaubten.

„Marxist“ war Peter Brückner auch schon vor 69: für ihn war das Proletariat keine Entdeckung gewesen, dazu brauchte er – im Unterschied zu den Teilnehmern der Studentenbewegung – die Septemberstreiks nicht erst. Für uns kam die Welle der spontanen Streiks im September 1969 einer Widerlegung unserer (marcusianischen) Überzeugungen von der Integration der Arbeiterklasse in den Spätkapitalismus gleich. Die „Entdeckung“ des Marxismus war ebenso die Folge dieser Streikaktionen wie die spätere Abwendung vom Marxismus, als wir erkennen mußten, daß die Arbeiterklasse aus ihren Streikaktionen nicht die der marxistischen Theorie entsprechenden politischen Konsequenzen zog, sondern zum Alltag der kapitalistischen Arbeit zurückkehrte.

Brückner hatte allerdings seine Erfahrungen vor der Studentenbewegung gewinnen können. Deshalb auch gab es für ihn auch später keine Veranlassung, mit dem Marxismus zu brechen. „Ein deutscher Philosoph in der Tradition von Feuerbach und Marx?“ Wenn die Entdeckung des Proletariats und des Marxismus für die Anhänger von Marcuse eine Zähmung, Unterwerfung bedeutete (oder von einer solchen begleitet war), war dann die Ablehnung von Marx, die nicht lange auf sich warten ließ, bereits eine Rückkehr zum Radikalismus der 6oer Jahre? Trotzdem schien es nur so möglich zu sein, den Herrschaftscharakter der (neuen = marxistischen) Wissenschaft anzugreifen, weil die Marxisten Wissenschaftler – durchaus mit Herrschaftsanspruch – geworden waren, weil sie sich in die Reihen der Ordnungskräfte eingereiht hatten. Ihr hermetischer Gebrauch des Marxismus im Sinn einer Polizei der Begriffe provozierte die Revolte der Nouveaux Philosophes gegen die „Meisterdenker“ (Glucksman) als die scheinbar einzig radikale Möglichkeit.

„Wurde denn noch Theorie gebildet?“ fragte Peter Brückner 1978, als das allgemeine Lamentieren gegen die „Theoriefeindlichkeit“ des „Neuen Sozialisationstyps“ seinen Höhepunkt erreicht hatte. Theorie, „in der unsere Erfahrungen mitteilbar wurden?“ (1978b) Solche Fragen kann nur stellen, wer einen hohen Anspruch an Theorie hat und wer zugleich der Konjunktur der Theorien mißtraut, den Surrogaten des Nachdenkens, die die Neugier bremsen. In diesem Sinne machte Peter Brückner keine Theorie, sondern: Mitteilungen über Beobachtetes, Erinnertes – in Begriffen jedoch, die das Betroffensein lebendig erhielten, die tatsächlich Erlebtes, Erfahrungen und erlittene Widersprüche aufgriffen; Mitteilungen an ein Gegenüber, das einbezogen ist in den Dialog, dessen Fragen und Anworten „aufgeknüpft werden sollten, wie ein Geschenk“. (1978c, 8)

Brückners Methode, seine Art von politischer Psychologie, sein Ansatz der Analyse, unterscheidet sich von dem der meisten politischen Psychologen und politischen Theoretiker, und zwar in 2erlei Hinsicht:
1. Brückner versucht zu verstehen und
2. er sucht nach Erklärungen in der Geschichte.

(1.) 1968 hatte Brückner Habermasens Kritik an der Studentenbewegung vorgeworfen, dieser „greife ein“ in ein „schwebendes Verfahren“, sein formaler Denkstil unterdücke, „statt sich dialektisch des jeweils Unterdrückten vermittelnd anzunehmen“ (1968, 75 f). Verstehen, sich „vermittelnd“ annehmen ist aber Brückners Methode auch dann, wenn er – seine jugendlichen Freunde – kritisiert. Er wird nie Schulmeister oder Therapeut. Sein Gegenstand ist nicht sein Forschungsobjekt, er bezieht sich ein (ohne darin aufzugehen), er versucht, das Problem nahe heranzuholen, um es sich und anderen verständlich zu machen. Das, was einer sagt, müßte man wie „ein Geschenk“ nehmen, „das legt er uns jetzt hin, und wir müssen das jetzt auspacken wie ein Paket und sehen, was da alles drin ist“ (1978c, 8). Das Verstehen im Gespräch setzt Sympathie mit seinen Gesprächspartnern voraus, aber auch die eigene Betroffenheit – deshalb fehlte dieses Verstehen bei den meisten seiner Kollegen. Das „disengagement des Naturwissenschaftlers“ (197oa, 17) war seine Sache nicht. ’68 ist er freudig mitgerissen, über die RAF beteiligt-bestürzt, nach dem Herbst ’77 eher niedergeschlagen. Er beklagt in dieser Zeit die Ereignislosigkeit, Monotonie, Zementmache des kapitalistischen Alltags. „Aber sie (die Identitätskrise) erschlägt natürlich jemanden wie mich. Verstehst Du, weil: mir machts keinen Spaß mehr … wir haben einfach keine Perspektive, das müssen wir einsehen.“ (1978c, 1o)

(2.) Brückner sucht in den Äußerungen der politischen Bewegung nach Gründen, die in der historischen Situation liegen, in der Geschichte der politischen Bewegungen. Geschichte meint Erinnern als „Selbstaufklärungsprozeß“, wie Brückner (1978a) über ’68 sagt, und es meint Antwort auf Entwicklungen als selbstbewußten Akt. Geschichte ist nicht der Alp, der sich auf die Individuen legt oder sich gar als Charakterstruktur sedimentiert hat. Der Mescalero-Text war ihm auch eine Antwort auf die 68er. Man hatte genug vom Reden, vom Psychologisieren, das in Psychoterror umgeschlagen war (s. 1981b). Daran war auch die universitäre Linke beteiligt: sie hatte Theorie und Erfahrung zerrissen. Auch ließ der Verlust des öffentlichen Glücks keine Kommunikation, keine produktive Theoriebildung zu, ja machte Theorie funktionslos. Eine Kritik an (verkrusteten Formen des) Marxismus war für Brückner auch die Alternativbewegung – nicht nur Antwort auf ökonomische und staatliche Bedingungen – Kritik an der Partei, am „Etappen-Revisionismus“, an der Produktivkrafttheorie. Diese Kritik erblickte er in ihrer Betonung von Basisdemokratie, lockeren Initiativen und dezentralisierten Aktionen. Brückner sah darin zugleich eine partielle Antizipation der Umwälzung bestehender Verhältnisse (Einheit von Leben und Widerstand) (1978d). In der Zeit, als die Theorie vom „neuen Sozialisationstyp“ ihre Konjunktur hatte, beschreibt und erklärt Brückner die von dieser kritisierten Phänomene als „Identitätskrise“, als „Grundzweifel“. „Dieses Widersprüchliche: daß mir das Meinige als mein, aber als allgemein-unpersönliches gegeben ist, daß ich distanzlos leide, aber gelangweilt, daß ich symbiotisch Nähe suche, aber in „Abgrenzung“, daß ich egoistisch bin, aber im Gruppenleben beharre“, erscheint „als pure Neinform eines verschollenen positiven Zusammenhangs“, des öffentlichen Glücks (1978b, 42). Er erklärt diese Phänomene also aus der Geschichte, der Verarbeitung der politischen Bewegung. Das öffentliche Glück war erloschen, aber die „positive Gestalt“ tauchte noch assoziativ auf (42). „Der neue Egoismus“ war „vom Gerücht früherer Glückserfahrungen betroffen, das in der Linken noch immer umgeht“ (44).

Natürlich meint Geschichte auch die objektiven Bedingungen, die sich hinter dem Rücken der Beteiligten durchsetzen. Die neuen Jugendproteste – und hier schlägt Brückner den sehr großen Bogen seit 1956 – waren für ihn Antwort auf Jugendarbeitslosigkeit bzw. Dequalifizierungsprozesse und auf gesellschaftliche Segregationstendenzen. Die Leute in den alternativen „Dienstleistungs- und Produktionskollektiven“ seien nicht nur „aus den Markt- und Geldbeziehungen dieser Gesellschaft ausgestiegen – sie werden auch ausgespuckt“. Es sei „aber die Frage, ob nicht der Arbeitsmarkt mit ihnen bricht, ehe sie mit ihm brechen“ (1981a, 89). Die neuen Bewegungen versuchten andererseits den „unheilvollen“ Segregationstendenzen zu begegnen. In wachsendem Maß segregieren sich die verschiedenen Gruppen in der Gesellschaft. „Es kommunizieren jeweils nur noch Segmente, die gegeneinander abgeschottet sind, mit all den Problemen der Verständigung, der gegenseitigen Feindschaft“ (1981a, 94). Die neuen Bewegungen „dissegregieren“, „sie versuchen zu entgrenzen“, „Nahräume zu errichten“. „Auch hier also eine Antwort, zu der die Einzelnen genötigt sind.“ (95f) Die Bewegungen waren also eine Antwort, allerdings hier gesehen unter zwingender ökonomischer und politischer Not. Beide Beobachtungen Brückners warfen ein neues Licht auf die Neuen sozialen Bewegungen, allerdings haftet seiner Sicht etwas Objektivistisches an – vielleicht ist das ein Zeichen, daß Brückner diesen Bewegungen nicht mehr so nahe stand? Vieles, so hat man den Eindruck, war ihm daran fremd und erschien ihm als gefährlich, so die Sprachlosigkeit, das Zusammenleben in Gruppen, das Beharren im Privaten, die Selbstmarginalisierung. Auch das Überbordwerfen von marxistischer Theorie und von Theorie überhaupt ging ihm zu bedenkenlos. Es fehlte ihm (um 1977) die politische Identität, die public happiness. Man erlebte sich als anonym, isoliert, und suchte die Nähe im Kollektiv. „Es bildet sich ein rigides Klima in den Gruppierungen aus, das aus der emanzipatorisch begründeten Alternative eine Ort der Nach- und Neuproduktion von Herrschaft macht.“ (19778d, 85) Veränderung, politische Identität konnte sich hier nicht herstellen. Politische Identität, „orientiert an der Chance von umwälzendem Handeln“ hatte „das qualitativ Persönliche … mit der Gesellschaftlichkeit versöhnen“ können, das Possessive war im Öffentlichmachen des Privaten zurückgetreten“ (1978b, 45, 43). Theorie hatte hier noch konstitutiven Charakter: im „praktischen Aneignungsprozeß“ hatte „die Theoriebildung noch ständig einen Rückbezug auf die eigene Innerlichkeit, auf gemeinsame Erlebnisse“ (1978c, 12)

Vor der „Regression ins Getto der Gegengesellschaft“ oder der Subkultur hatte Brückner schon sehr früh und immer wieder gewarnt. Denn Getto bedeutet Verlust an Kommunikation mit den Folgen: Korrumpierung des Bewußtseins, Nachlassen der politischen Intention, Verschlechterung der Realitätskontrolle, oft totale Verelendung, potentielle Kriminalisierbarkeit – autarkes Elend (s. 197ob, 138; auch 197oa, 69f) (davon hebt er „Gegenmilieu“ ab als wichtig für den „Lebens- und Überlebensprozeß der Linken“, 1978d, 83 – die Übergänge zur Gegengesellschaft sind freilich fließend). Diese Gefahr der Gettoisierung sieht er auch 81/82, sei es das Getto alternativer Betriebe, sei es das Getto des no future feeling. Das lähmende Gefühl, Überflußpopulation zu sein, keine „identitäts“-stiftende Leistungen erbringen zu können, begleitet von staatlicher Repression, sei die Basis dieses no future feeling. Und diese verschärfe die Getto-Situation, in der Jugendliche tendenziell ohnehin sind, verstärkt den Minoritätenstatus, was zu Realitätsverlust und Selbstdestruktion führt. Brückner ist um diese Zeit sehr pessimistisch. er sieht zu wenig die Provokation der no future Haltung und deren – freilich nicht ungefährliche – selbstbewußte Absage an den „Schwindel“ der pädagogischen Identität. Waren die „Grundzweifel“ der späten 7oer Jahre mit den Hausbesetzungen, mit Antikriegsaktionen und allgemein mit der „Jugend 8o“ nicht zumindest aufgebrochen? Gab es nicht so etwas wie public happiness, „kollektive Wiederaneignung von Lebensbedingungen“? Mit der Zerschlagung der Hausbesetzerbewegung, der Niederlage der Friedensbewegung, dem Zerfall der linken politischen Öffentlichkeit hat Brückner vielleicht doch recht behalten, indem er sagte: „Die Medizin gegen das no future feeling … ist versperrt durch die Polizei, durch Gesetze, Erlasse, Regelungen, Vorurteile.“ (1981b)

Was ist das für ein Land, in dem die Auseinandersetzung mit Peter Brückner im Gerichtssaal stattfand? Brückner war prädestiniert, diese Frage aufzuknüpfen. Dieser Frage näherten sich alle seine Schriften, immer wieder neu, im Zusammenhang mit Personen, anhand ihrer Biographie: „Ulrike Meinhof und die deutschen Verhältnisse“ (1976): die Geschichte von APO und Studentenbewegung; „Gewalt und Solidarität“ – Zur Ermordung Ulrich Schmückers durch Genossen“ (1974): die Geschichte des verzweifelten Kampfes der geschlagenen Studentenbewegung gegen sich selbst; Carl Ludwig Sand und dessen Mord an Kotzebue: die Geschichte des Wunsches „…bewahre uns Gott in Deutschland vor irgendeiner Revolution“ (1975); Brückner selbst nicht ausgenommen, der sich „Das Abseits als sicherer Ort“, wie der Titel seiner Autobiographie heißt (198o), ausgesucht hatte.

Immer wieder geht es ihm um die Rekonstruktion von Geschichte, etwas, das dieses Land so bitter nötig hat, dem die Geschichte immer wieder genommen, durchgestrichen worden ist; ein Land, dessen Bevölkerung durch den Ausschluß aus seiner eigenen Geschichte der Möglichkeit beraubt worden ist, Erfahrungen zu machen, wie er in seinem „Versuch, uns und anderen die Bundesrepublik zu erklären“ (1978) schreibt: „Die Bevölkerung … wurde … getrennt von der Kraft des Gedächtnisses, der Sprengkraft der Erinnerung“ (19). „Die eigene Vergangenheit (des NS) wurde aus dem Bewußtsein vieler Westdeutscher so abgespalten wie die östlich gelegenen Territorien aus dem Lebensgelände der BRD: Verlorenes Land ist verlorene Schuld“. „Von beidem reißt man sich los: aber die Erinnerung daran, daß „wir“ Hitler zugestimmt, ihm begeistert, ja tobend akklamiert haben, wird … in der Ablehnung und Marginalisierung der DDR, des Kommunismus getilgt“ (21)

Dies ist der Mechanismus der „kollektiven Verdrängung“. Ermöglicht wurde er durch die Teilung selbst und den wirtschaftlichen „Wiederaufbau“. Die Erfahrungen, stichwortartig, die verdrängt worden waren, die zur Verdrängung verleitet haben: Die „damals gewaltige Aufnahme- und Integrationskraft des Arbeitsmarktes… Er speiste und regulierte soziale Orientierung, Lage-Bewußtsein und Perspektive; er sorgte für die Lockerung ethnischer (und proletarischer) Subkulturen. Netze von Nachbarschaftsbeziehungen – nicht nur bei den heimatlosen Zuzüglern, auch in den „alten“ Regionen, – wurden aufgelöst, Gewohnheiten, Traditionen (17). „Desorientierung, Entfremdung, Ungeborgenheit wurde zum Massenschicksal, die Nötigung zu Einfügung, Anpassung, Angstvermeidung übermächtig … Ein Volk wurde in Kleinfamilien … parzelliert“. „Lebenstätigkeit, Interesse … sammelten sich in Ehe, Familie, Beruf; fast nichts blieb für: Politik, Freunde, Nachbarschaft. Die Abtrennung vom gesellschaftlichen Wesen war jetzt die Gesellschaftlichkeit …“ (18). „Auch regierungsamtlich (wurde das Volk) um die Chance einer politisch-moralischen Erneuerung gebracht. Denn zur Basis der westdeutschen Demokratie wurde nach 1949 der Ausschluß der `Massen‘ … aus der politischen Diskussion und Steuerung.“

Die Erfahrungen der westdeutschen Bevölkerung nach 45 werden von Brückner in solcher Weise nachgezeichnet, daß jene psychologischen Dimensionen zum Vorschein kommen, in denen bereits die Möglichkeiten ihrer Erklärung enthalten sind. Die Bevölkerung hat ihre Erfahrungen „verarbeitet“: durch Verdrängung. Die verdrängten Erfahrungen bilden das Sediment, das sich neuen Erfahrungen amalgamiert. Sie führen zum Kern des Verständnisses für die Akzeptierung der „Situation der Deutschen“. Im Begriff der „Mentalität“ versuchte Peter Brückner diese erlittenen und verdrängten Erfahrungen zu fassen: „Wie reagieren Bevölkerungsmehrheiten auf Signale für oder von Veränderungen eines bestehenden Zustands? Wie, wenn ihre Quelle den Empfängern „fremd“ ist? Was wird in Krisen an Reaktionsweisen und Ideen, an Affekten und Gefühlen so wirksam, daß es den status quo „stabilisiert“, also verfestigt (in Grenzfällen: rettet)?“ (66 f) „Es sind historische Produkte, für die materielle Bedingungen anzugeben sind, keine „Volkscharaktere“ als Naturtatsache.“ (66) Es sind „Regulationsmechanismen, in denen ein von Erschütterungen, vom Gleichgewichtsverlust bedrohtes System seine Ordnung wiederherstellt“, auf die sich Herrschaft stützt, „wenn sie in Krisenzeiten an die Bevölkerung appelliert“ (67). „Es handelt sich … formell betrachtet, um Denk-, Wahrnehmungs- und Affektgewohnheiten, an deren Etablierung „Erziehung und Administration, hochangesehene Werte und die institutionelle Umklammerung des individuellen Daseins gearbeitet haben. „Kirche, Staatsgewalt und Opposition haben sie gemeinsam konserviert. Die Kinderstube gab sie an neue Generationen weiter“ (66): Die Erfahrung mit dem Obrigkeitsstaat, dessen „andere Seite“ notwendig „die innere Unterwerfung der Individuen unter dessen „sittliche Natur“ ist. Die „Staatsvermitteltheit der Opposition“, die – in der zentralistischen Organisation – die Arbeiterklasse Gehorsam lehrte. „Was hier endemisch wird, ist also auch ein Mangel: an tiefem Mißtrauen gegenüber Obrigkeit, Regierungsgewalt und Staat“ (65). Die „Ungerechtigkeit, die einem die Autorität antut, mit verstärktem Gehorsam gegenüber der Autorität beantwortet, d.h. mit Härte gegen sich selbst“ (65) So ist das Selbstbewußtsein der Deutschen „absurd häufig abhängig davon, ob der einzelne Anerkennung bei seiner Herrschaft findet … Dies wieder war nicht denkbar ohne lange innere Lebens- und Klassengeschichte von Enttäuschungen“ (66). „Enttäuschung, Gereiztheit, Gehorsam und Staatsvermitteltheit – das bereitet den Boden vor für Mißgunst, und Mißgunst wiederum drängt dazu, unsolidarisch zu sein“ (66)

Dies ist der Interpretationsrahmen, innerhalb dessen die Erfahrungen nach 45 gemacht worden waren und erst zu solchen werden konnten, wie sie Peter Brückner beschreibt. Jeder andere in Peter Brückners Lage, vielleicht überhaupt jeder Theoretiker, wäre dem erlegen, was Enzensberger (im Kursbuch 56, 1979) als die „kognitive Klemme“ beschrieb, in der sich derjenige befinde, der „sich oder anderen die Bundesrepublik erklären will … Was aber tut ein Intellektueller in einem solchen Fall? Er versucht, eine Theorie zu entwerfen oder wenigstens eine Hypothese zu bilden. Dazu muß er allerdings eine Voraussetzung machen, die sich nicht ganz von selbst versteht. Er muß nämlich so tun, als hätte der gesellschaftliche Zustand, der zu erklären ist, sozusagen Hand und Fuß, als wäre er nicht irrsinnig“ (Kursbuch 56, 3).

Nun, Peter Brückner „versucht zu erklären“, aber versucht er, „eine Theorie zu entwerfen“? Bringt er sich (überhaupt) in die „kognitive Klemme“? Er versucht ja, zunächst uns zu erklären, und dann erst anderen, uns aber aus der Perspektive der anderen (und gerade nicht aus der Sicht einer allgemeinen Theorie: des Kapitalismus, des Staats). Hält er es auch? Versucht er es einzulösen? Und wie? Aus der Sicht der Anderen erscheint vieles erklärungsbedürftig, weil fremd, was uns selbstverständlich geworden. Den Blickwinkel des Anderen einzunehmen, heißt, andere Erfahrungen zu machen, Erfahrungen des Fragwürdigen. Solche Erfahrung begann (im Fall der BRD im Jahre 1978) bereits beim Problem der Benennung. „Wie heißt des Deutschen Vaterland?“ Dies war in Deutschland ein Problem, bei dem man mit dem Staatsapparat in Konflikt kommen konnte. Stand, wer BRD sagte, noch auf dem Boden der Demokratie? Und, wer „Deutschland“ sagte, wo stand er? Dies ist der Ausgangspunkt von Brückners Untersuchung. Peter Brückner geht aus von den „Erscheinungen“ – würden die „Theoretiker“ sagen, und – würden sie fragen, mißtrauisch: gelangt er auf diesem Wege zum „Wesen“? So zu fragen, zielte an Peter Brückners Versuch vorbei: während der Frager (im besten Fall) zum Abwarten auffordert, entgeht ihm der (methodisch) nächste Schritt: Zunächst sei nach den Voraussetzungen für diese unverständliche, uns selbstverständliche Lage zu fragen, und diese „mögen die BRD schon ein Stück weit erklären“ (1o). 1978 konnte Brückner „die Geschichte des Problems in nuce“ (7) darin festmachen, daß „Deutschland … geteilt“ war; es gab zwei deutsche Staaten, die in einem prekären Verhältnis zueinander standen, und das Wort „deutsch“ war heimatlos geworden. Dies „Deutschland ist geteilt“ hatte 1978 den Charakter einer Entdeckung, so sehr war diese Tatsache hingenommen/ tabuisiert worden. Auch von uns: wegen des imperialistischen Geruchs, den wir daran witterten. Aber auch von der Bevölkerung. Dies ist ohne kollektive Verdrängung nicht denkbar (21) Sie „bedarf auch einer massenpsychologischen Erklärung“ und „dies zu verstehen, bereitet auf das Verständnis unseres Heute, der BRD im Jahre 1978, durchaus vor“ (16).

Das war Brückners Psychologie: den Blickwinkel des anderen einnehmen, um andere Erfahrungen zu machen, um überhaupt Erfahrungen zu machen: Erfahrungen des Fremden, der Fragwürdigkeit des allzu Gewissen. Dies ist „konkrete Psychologie“, denn es geht um konkrete Erfahrungen konkreter Menschen und um Antworten auf die Fragen nach den Voraussetzungen der Erfahrungen: die Geschichte (in der Biographie). „Geschichte und Psychologie“ sollte Brückners unabgeschlossenes Buch heißen, es könnte der Titel aller seiner Schriften sein. Sie machen Geschichte lesbar unter dem Blickwinkel der Veränderung unserer geschichtlich so gewordenen Lage: „Was abgeschafft werden muß, ist also … der verinnerte Staat als der Zwang, in der Konformität rechtschaffen zu sein … (97) Wir, die Regierten müssen öffentlich werden, damit wir in der Teilhabe an der Regelung und Bestimmung unserer Angelegenheiten jene Erbschaften abstreifen wie: Erfahrungsdefizit, Blockierung von Lernprozessen, Parzellierung, Überanpassung und gereizte Enttäuschung“ (98).“Wenn Deutschland als „Vernünftiger Stern“ am Himmel Europas aufgehen soll, müssen bestimmte Mentalitäten allerdings zersetzt werden.“ (97) Was wir benötigen … ist zunächst einmal die Fähigkeit, uns in andere einzufühlen … das setzt freilich voraus, daß wir uns selbst gegenüber die Möglichkeit behalten, einfühlend, demokratisch, d.h. kritisch und duldsam zu sein.“ (97) Das hat mit der Aufhebung der Teilung nichts an Gültigkeit verloren, denn weder hat sie die psychologischen Verdrängungsleistungen aufgehoben, noch ist sie das Ergebnis einer solchen Aufhebung.



Peter Brückner

(1967): Die Transformation des demokratischen Bewußtseins. In: Agnoli, J. / Brückner, P. Die Transformation der Demokratie. Berlin

(1968): Die Geburt der Kritik aus dem Geiste des Gerüchts. In: Die Linke antwortet Jürgen Habermas. Frankfurt, 71-89

(197o a): Provokation als organisierte Selbstfreigabe. In: Politische Aktion und politisches Lernen. München [zit. n. der Neuauflage: Brückner, P. Selbstbefreiung. Berlin 1983]

(197o b): Nachruf auf die Kommune-Bewegung. In: Die hedonistische Linke (Hg. G. Kerbs) Neuwied

(1974): „Gewalt und Solidarität“ – Zur Ermordung Ulrich Schmückers durch Genossen“ (gemeinsam mit Barbara Sichtermann) Berlin: Wagenbach

(1975): „…bewahre uns Gott in Deutschland vor irgendeiner Revolution!“ Die Ermordung des Staatsrats v. Kotzebue durch den Studenten Sand. Berlin: Wagenbach

(1976): „Ulrike Meinhof und die deutschen Verhältnisse“. Berlin: Wagenbach

(1977): Die Mescalero-Affäre. Ein Lehrstück für Aufklärung und politische Kultur. Hannover

(1978 a): Versuch, uns und anderen die Bundesrepublik zu erklären. Berlin

(1978 b): (1978): „Über Krisen von Identität und Theorie“. In: Konkursbuch Eins, 39-6o; 52

(1978 c): Ein Gespräch mit Peter Brückner. In: Diskus 5/6, November, Frankfurt

(1978 d): Thesen zur Diskussion der Alternativen. In: Autonomie oder Getto? Frankfurt

(198o): Das Abseits als sicherer Ort. Kindheit und Jugend zwischen 1933 und 1945. Berlin

(1981 a): Die neuen Sozialbewegungen. In: Brückner, P. Selbstbefreiung. Berlin 1983

(1981 b): Gespräch (mit H. Brückner und M. Schwarzkopf) taz vom 3.5.1982

Hurrelmann, Klaus (1981): Sozialisation und Gesellschaft. Anmerkungen zu Peter Brückners Konzeption. In: Zum Beispiel Peter Brückner (Hg. Krovoza, A., Oestmann, A., Ottomeyer, K.) Frankfurt

Beschluß des Verwaltungsgerichts Hannover vom 24.8.78. Zitiert nach: „Neue Informationen zum Fall Brückner“, herausgegeben vom „Komitee Rechtshilfe für Peter Brückner“, Hannover, 1978

Almuth Bruder-Bezzel, Dr. phil., Psychoanalytikerin (DGIP); Forschungsschwerpunkte: Geschichte der Psychoanalyse, Jugendkultur, Geschlechterverhältnisse und Diskurse

Klaus-Jürgen Bruder, Professor für Psychologie, lehrt an der Freien Universität Berlin. Arbeitsschwerpunkte: Geschichte der Psychologie und des psychologischen Diskurses, Pragmatismus, Postmoderne, Jugendkultur